Episode Nr.2 – Horror auf dem Horbühlpass
Hansueli Jakob (88) befasst sich seit 38 Jahren mit Ursachen (Quellen) der Wirkung elektromagnetischer Feldstärken auf die menschliche Gesundheit. Er war auch Gründungsmitglied von Gigaherz.ch im Jahr 2000 und anschliessend während 24 Jahren Präsident dieses Vereins. Obschon die Mobilfunk-Lobby immer wieder von neuem ihr Rufmord-Kommando in München auf ihn loslässt, lässt er es sich nicht nehmen, hier die wichtigsten Episoden aus seinem langen, oft stürmischen Leben zu erzählen. Hier die prägende Episode Nr.2. Vom Horror auf dem Horbühlpass. Frei aus dem Gedächtnis erzählt. Auch wenn diese nicht der offiziellen staatlichen Geschichtsschreibung entspricht.
Publiziert bei Gigaherz.ch am 30. Juli 2026
Es muss so um 1995 herum gewesen sein, als mich Hans-Ulrich Hertel kontaktierte: Er habe gehört, dass ich rund um den Kurzwellensender Schwarzenburg Strahlungsmessungen machen würde. Ich müsse dies unbedingt auch auf dem 1600m hohen Höhenzug Gägger-Pfyffe-Horbühlpass, 9km südlich machen. Dort oben sei der Wald wegen der Kurzwellenstrahlung am absterben. Jetzt spinnt er aber wirklich, der Hertel, den ich von den skandalösen Gerichtsverhandlungen im Berner Obergericht her kannte, dachte ich mir. Laut sagte ich: Hören Sie mal, in der Ortschaft Mamishaus, ca 500m vor der Vorhang-Antenne, die in Richtung Afrika sendet, haben wir während der Sendezeit 4V/m (Volt pro Meter). Das wären dann nach 9km noch maximal 0.2V/m. davon wird der Wald nicht krank. Doch Hertel liess nicht locker. Eines morgens stand er vor meinem Bürofenster bei mir im Garten und verlangte ultimativ, jetzt dort oben zu messen. Ich überlegte krampfhaft, wie werde ich den jetzt wieder los? Ich habe weiss Gott Anderes zu tun als einem Phantom nachzurennen. Laut sagte ich:«Also jetzt haben wir 9 Uhr und um 9.30 geht die Afrika-Sendung zu Ende. In 20 Minuten schaffen wir es unmöglich bis da hinauf, aber ich verspreche ihnen dass ich das nächsten Sonntagmorgen nachholen werde.»
So kam es, dass ich, der Morgenmuffel ,schon um 7 Uhr morgens an einem schönen Frühlings-Sonntagmorgen meinen VW-Käfer im Wald oberhalb von Ottenleue-Bad parkierte, Bergschuhe anzog, mein 6kg schweres Holaday 3001A-Messgerät startklar machte und auf der dem Sender abgewandten Bergseite in Richtung Horbühlpass den steilen Bergweg emporstieg. «Auch wenn es nichts bringt, ist es wenigstens eine schöne Sonntagvormittag-Wanderung», dachte ich und schaltete trotzdem das Gerät einmal auf dem untersten Messbereich von 0.3-3V/m ein. Natürlich Anzeige Nullkomma Null… Kontinuierlich stieg ich weiter und weiter gegen die leicht bewaldete Passhöhe empor.
Jetzt bekam ich Sichtkontakt nach Norden. Aber was ist jetzt das? Mit einem schrillen Warnton meldete sich das Holaday-Messgerät, was gefährliche Überlast und sofortiges Eingreifen erforderte. Also auf den nächsthöheren Messbereich von 3-30v/m schalten.
Anzeige 8V/m mit Sichtverbindung auf den 9km entfernten Sender. «Das darf doch nicht wahr sein! Also daaas könnt ihr nicht machen!, Daaas könnt ihr nicht machen!» sagte ich laut vor mich hin.
Also das könnt ihr nicht machen!
Da oben auf der Krete gab es noch eine Sitzbank, um die Aussicht zu geniessen. Da stieg ich hinauf, streckte die Mess-sonde in Form einer weissen Kugel am Stiel, wütend gegen den tiefblauen Morgenhimmel. Anzeige jetzt 12V/m. Laut und Lauter wiederholte ich immer wieder: «also daas könnt ihr nicht machen!, Daas könnt ihr nicht machen» Da tönt es ebenso laut aus dem nahen Gebüsch: «Waas kann ich nicht machen??» Zu tiefst erschrocken sah ich einen jungen Mann aus dem Gebüsch hervortreten der offensichtlich dort seine Notdurft verrichtet hatte und jetzt ziemlich verlegen seine Hose fertig zuknöpfte.
Wir stellten uns gegenseitig kurz vor und erklärten einander, was wir zu dieser Morgenstunde hier oben machten. Es war ein Geologie-Student, der hier oben nach einer bestimmten Gesteinsart gesucht hatte. Dann lachten wir Tränen über unser Missverständnis.
Ich hatte folgende Erklärung.
Das elektromagnetische Feld überquert die Häuser von Mamishaus in einer Höhe von 80 bis 100m und reduziert sich nach unten hin gewaltig. Das Feld in Form einer liegenden leicht ansteigenden Keule kann aber den Höhenzug in 9km Entfernung nicht sauber übersteigen und der Messort muss ziemlich nahe im Zentrum gelegen sein. Zudem müssen sich hier Raumwelle und Bodenwelle irgendwie unheimlich gegenseitig verstärken.

Bild oben. Aufnahme aus einer Drohne, die 15 Jahre später die Senderichtung 185° (Afrika) von Norden her nochmals abfliegt, um den Nachweis zu erbringen, dass das EM-Feld den Hügelzug Gägger bis Pfyffe in 1600m/M bis Horbühlpass (von Links nach Rechts) gar nicht sauber übersteigen konnte.
Eigentlich müsste das selbe Phänomen auch an den Hügelzügen 4km nordöstlich und südwestlich am Stenihoger und an der Gibelegg auftreten. Und eigentlich müsste auch da der Wald kaputt sein.
Also war ich an den kommenden Sonntagen, zu den Sendezeiten nach Fernost an den späten Vormittagsstunden auf dem Stenihoger und zu den Sendezeiten nach Nahost in den frühen Abendstunden auf der Giebelegg anzutreffen. Auf der Giebelegg war bei 8V/m der Wald nicht nur krank, sondern bereits tot und zum Teil schon weggeräumt. Auf dem Steinihoger gab es bis 12V/m und auch schwer kranke Tannen, Aber noch nicht ganz so schlimm wie auf der Giebelegg. Der Kurzwellensender Schwarzenburg war somit nicht mehr alleiniges Problem der Gemeinde Schwarzenburg, die damals noch Wahlern hiess, sondern der ganzen Region.
Meine Erkenntnisse teilte ich per Brief den betroffenen Gemeindeverwaltungen von Guggisberg, Rüschegg, Rüti, Rüeggisberg und Riggisberg mit.
Gleichzeitig mit einer persönlichen Einladung an die Gemeindepräsidenten, zu einem Augenschein mit Demonstration dieser Feldstärkemessungen.
Die Antwort musste ich aus der Zeitung erfahren.

Bild oben: Am 30. August 1996 berichtete die überaus wirtschaftsfreundliche bernische Tageszeitung «Der Bund» unter einer 15mm hohen Schlagzeile: «Keine Antwort für Freizeitforscher Hansueli Jakob.»
2 Tage zuvor hatte eine Regionalkonferenz der Gemeindepräsidenten stattgefunden, wo offensichtlich unter anderem auch mein Rundschreiben traktandiert worden war. Da glaubten doch die armen Tröpfe tatsächlich, sie könnten das Problem unter dem Deckel halten, indem sie meine Bemühungen einfach ignorierten. Laut einem Protokoll, in welches ich später Einblick bekam, soll der Gemeindeschreiber von Guggisberg, welcher als Protokollführer amtete, gesagt haben, O-ton: «Ja Manne, passet uf, we de dä Cheib am Änd no Rächt het, de stöht dir de ganz schön blöd da.»
Und wie blöd sie dagestanden sind, die Gemeindemänner. Gemeindefrauen gab es damals noch nicht. Damals herrschte noch Ordnung im Schwarzenburgerland.
Einzig der Gemeindepräsident von Rüeggisberg konnte sich nicht an die Abmachung halten. Dieser war schliesslich auch noch Oberst der Schweizer Miliz-Armee und musste unbedingt seinen Senf dazu abgeben. Auf offiziellem Briefpapier der Gemeinde Rüeggisberg schrieb er mir, Zitat: unsere Gemeinde hat es zum Glück nicht nötig, sich von einem auswärtigen Extremisten belehren zu lassen. Ende Zitat
Item, die Meldung im «Bund» und der Rüeggisberger-Brief, den ich dort unter der Hand verteilen liess, verfehlten die Wirkung, mich aus dem Verkehr zu ziehen, völlig. In der Folge bekam ich aus der Bevölkerung derart viele Anfragen für Feldstärkemessungen an den verschiedensten Wohnorten, dass das als Hobby kaum noch zu bewältigen war. Das musste automatisiert und zugleich dokumentiert werden. Das war die Zeit als das erste Breitband-Messgerät mit Aufzeichnungs- und Speichermöglichkeit auf dem Markt erschien. Es handelte sich dabei um das CA43 von Chauvin-Arnoux in Paris und besass für damalige Verhältnisse sensationelle 200 Speicherplätze, die man im 1-, 2- oder 3-Minuten Takt programmieren konnte. Im 3- Minuten Takt liessen sich beispielsweise Aufzeichnungen über 10 Stunden herstellen. Die Daten liessen sich auf einen PC mit Windows 96 Betriebssystem auslesen und mit der Aufzeichnungssoftware von Chauvin-Arnoux konnte man wunderschöne Ganglinien herstellen und erst noch ausdrucken. Ein solches Gerät aus der ersten Produktionsserie konnte ich mir beschaffen, und war damit den Telecom-leuten, die ihre Ganglinien immer noch mit stundenlangem Ablesen und notieren herstellten, bereits um Nasenlängen voraus.

Bild oben: Ganglinien noch und noch, erstellt mit dem CA-43, setzten der Behörden-Lügerei ein jähes Ende.
Die Telecom-Leute standen mit Ihrem Projekt, die drei bis 120m hohen und 300m langen Vorhang-Antennen abbrechen und durch zwei um 360° drehbare Drehstands-Antennen mit je 100m Spannweite ersetzen zu wollen, auf verlorenem Posten.
Die Einwohner der Region hatten das Prinzip der 5 Hauptsenderichtungen dank meinen mit dem CA-43 erstellten Grafiken begriffen und gemerkt, dass mit den neuen Drehstandsantennen nicht nur ein Fünftel der Anwohnerschaft, sondern die ganze Region hätte bestrahlt werden sollen und nicht nur bis auf eine Entfernung von 2km, sondern bis auf 10km weit hinaus.
Eines Abends erhielt ich einen Telefonanruf von einem Herrn Gertsch aus Rüschegg. Er möchte bei sich auch gerne die Kurzwellenstrahlung messen lassen. Wir vereinbarten zwei Termine um am Abend das Messgerät dort aufzustellen und am nächsten Morgen dieses wieder abzuholen. Da er sich am Telefon sehr um Details interessierte, versprach ich ihm bei der Aufstellung des Gerätes, alles zu erklären und fragte, um einige Folien mitzunehmen, vorsichtig nach seinem Beruf. Denn einem Ingenieur etwas zu erklären, bedingt ein anderes vorgehen, als bei einen Bäcker. «Maler», war die knappe Antwort. Das genügte mir, denn das ehrbare Handwerk der Bau- und Flachmaler wusste ich sehr zu schätzen.
Das Haus des Malers, ein ehemaliges Bauernhaus befand sich am Hang und musste auf der Bergseite über die Einfahrt, dort wo früher die Heufuder eingefahren wurden, betreten werden. Ich fand den Lütiknopf und läutete. «Chum iche. Äs isch offe» tönte es von Innen. Da wo früher die Heubühne war, stand ein riesiger Tisch voller Farbtöpfchen und Farbtuben und am äusseren Ende sass ein Ehepaar beim Abendessen. «Chum, hock häre, überchunsch o no grad es Gaffi» Da erblickte ich erst das riesige, angefangene Wandbild. Ca 4m lang und 2m hoch, welches einem das Gefühl vermittelte, man sitze Mitten im hohen Schilfgras. Mir fiel fast der Kiefer herunter: «Hesch du das gmacht» fragte ich. «Ja wär ächt süsch», war die Antwort und «Gfauts dir öppe?…. Ja?… De isch’s äuä scho guet.»
Nach meinen Erklärungen zu der Ausbreitung der Kurzwellenstrahlung sagte Gertsch: «Das Bild da ist für den Leueberger, den neuen Bundesrat. Ich muss morgen zu ihm, um den Transport und die Installation des Bildes zu besprechen. Diesem Burschen werde ich dann gleich den Kurzwellensender Schwarzenburg erklären»
Sie haben es sicher längstens erraten, liebe Leserinnen und Leser. Es handelte sich um den unterdessen weltberühmten, leider verstorbenen Kunstmaler Franz Gertsch. Franz Gertsch hat sicher mitgeholfen, dass der Kurzwellensender so plötzlich ersatzlos sang- und klanglos abgebrochen wurde.
Ja wenn mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wär, tät mancher Mann, manchem Mann mehr Ehr.
Dass dies bis heute nicht der Fall ist zeigt folgender Beitrag: https://www.gigaherz.ch/sommerlacher-2018-nr-2/

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