Episode 3 – Der Wipfelstecher
Vor 30 Jahren musste sich die TELECOM als Betreiberin der Kurzwellen-Sendeanlage Schwarzenburg von Schweizer Radio-International wegen der vielen Waldschäden verantworten, welche die Sendeanlage in ihren 5 Hauptsenderichtungen verursacht hatte. Das durfte nicht wahr sein! Höchste Zeit ein Insekt zu erfinden, welches für die Schäden verantwortlich gemacht werden konnte.
Eine Story aus den 90er Jahren
Aus dem Gedächtnis von Hansueli Jakob (88)
Publiziert bei Gigaherz.ch am 13.8.2026
Die Giebelegg bekommt eine Kurzwellen-Glatze. Verursacht durch den 5km entfernt liegenden Kurzwellensender von Schweizer Radio International, dessen in Richtung 125°, nach Nahost sendende Strahlenkeule die Giebelegg nicht sauber zu übersteigen vermag und mit einem beträchtlichen Anteil ihrer Energie dort riesige Waldschäden verursacht.

Ein Bild aus dem Winter 94/95. Aufgenommen aus dem nördlich davon gelegenen Dorf Rüeggisberg. Erst diese Aufnahme mit dem verschneiten Waldboden, lässt das Ausmass der Schäden erkennen. Die Flussrichtung der Strahlenkeule verläuft in diesem Bild von rechts unten nach links oben
Weil es noch nie etwas gegeben hat, was es nicht geben darf, hat die Mobilfunklobby noch Jahrzehnte später, zur Feier des zwanzigsten Todestages des Kurzwellensenders Schwarzenburg ihre Mobbing- und Rufmordagentur des Stephan und der Heidrun Schall in München aktiviert, und liess das saubere Pärchen stinkfrech behaupten, auf dem Bild sei gar nicht die Giebelegg, sondern irgend ein Schweizer Hoger zu sehen. Was die Einheimischen noch heute köstlich amüsiert und über das Münchner Grossmaul Witze reissen lässt. Die Verantwortlichen Politiker in der Region dagegen, wurden darüber eher zum Nachdenken gebracht, ob man den Berg im Hintergrund, Welcher seine Nase so keck nach rechts oben in die Luft streckt und der Region ihren Namen gibt, weil er Gantrisch heisst, nicht etwa in Stephan Schall-Horn umbenennen könnte. Als Dank für das jahrzehntelange Mobbing und den Rufmord am Esel, der das Gras immer wieder wegfrisst, wenn solches endlich über die Geschichte mit dem Kurzwellensender gewachsen ist. Das Geschäft ist noch hängig.

Die Tannen litten bis zur Abschaltung der Sendeanlagen Ende März 1998 an einer bisher unbekannten Krankheit, der Wipfeldürre. Im Anfangsstadium beginnt der Tannenwipfel auszutrocknen und abzudorren. (Bild links) dann beginnt der Baum verzweifelt einen oder mehrere Äste aufzurichten und als Ersatzwipfel hochzuziehen. Es entsteht der sogenannte Hexenbesen.

Die Tannen verlieren nach und nach ihre grünen Äste und sterben langsam aber sicher ab, bis nur noch dieses Bild hier übrigbleibt. Die Swisscom und die Bundesrichter haben schon recht, Funkstrahlung macht Bäume nicht krank. Dieser Wald ist doch gar nicht krank, sondern einfach nur tot. Tote sind auch nicht krank, sondern einfach nur tot… Einfachste Juristenlogik eben.
Der wahrscheinliche Ursprung der Wipfeldürre ist meines Erachtens darin zu suchen, dass während den Sendezeiten vom Wipfel bis zu den Wurzeln der Tanne eine erhebliche Spannungsdifferenz herrscht. Im Giebeleggwald haben wir während den Sendezeiten in Richtung 125° (Nahost) auf Wipfelhöhe eine E-Feldstärke von 18V/m gemessen, während es auf 1.5m über Erdboden noch bis zu 8V/m waren. Dadurch begann zwangsläufig über die feinen Wasserwege des Baumes, bis ins Wurzelgeflecht hinunter, ein schwacher Ausgleichsstrom zu fliessen, welcher diese feinen Wasseräderchen langsam aber sicher austrocknete. Besonders die feinen Kapillarwurzeln am Ende des Wurzelgeflechts.
Erste Folge davon: Wipfeldürre.
Es war der Wipfelstecher
Eines Tages rief mich ein Landwirt aus der Westseite von Rüeggisberg, in der Nähe des Weilers Brügglen an, und berichtete, die 3 Tannen, die er anlässlich seiner Hochzeit vor 18 Jahren vor dem Haus gepflanzt habe, seien jetzt tot. Abgestorben an der Wipfeldürre. Daraufhin habe er den Wald in seiner Nähe ebenfalls untersucht und feststellen müssen, dass das Waldsterben dort infolge Wipfeldürre auch schon stark fortgeschritten sei. Er habe darauf hin bei der Telecom, den Senderbetreibern, schriftlich Schadenersatz gefordert. Es seien 3 Herren gekommen um sich die Sache anzusehen. Diese hätten ihm versichert, der Schaden komme nicht vom Sender, dieser werde vielmehr durch den Wipfelstecher verursacht. Das sei ein gemeines Insekt, welches etwa unterhalb von 1 bis 1.5m unter der Tannenspitze, dort wo der Wipfel am saftigsten sei, den Wipfel anbore um im Bohrloch seine Eier abzulegen.
Darauf hin hat der Verein SchoK (Schwarzenburg ohne Kurzwellensender) ein gutes Duzend Insektenforscher, sogenannte Emtomologen an einem Duzend Europäischer Universitäten angeschrieben und gefragt, ob ihnen ein solches Insekt bekannt sei. Ergebnis: Keiner wusste etwas. Einige fanden es zwar interessant und untersuchenswert. Andere dagegen baten uns, solche Scherze bitte zu unterlassen.
Die Strahlung kann den Schwarzwassergraben gar nicht überspringen.
Eine etwas andere Meinung hatte daraufhin der Regierungsstatthalter und Gerichtspräsident von Schwarzenburg. (Den gab es damals noch). In einer Beurteilung der Lage schrieb er: Ob der Wipfelstecher existiere oder nicht, spiele keine Rolle, die Strahlung des Kurzwellensenders könne den Schwarzwassergraben ohnehin nicht überspringen. (!!)


Zu den Bildern oben: Anlässlich eines behördlichen Augenscheins in einer ganz anderen Angelegenheit an einem ganz anderen Ort, aber weit im Feld draussen, begann es dann wie aus Kübeln zu giessen. Als Schmalspur-Meteorologe aus meiner Segelfliegerzeit, hatte ich das Unwetter kommen sehen und vorsorglich meinen XXX-L Regenschirm mitgenommen. Der Regierungsstatthalter hatte nichts derartiges bei sich und flüchtete, da alle anderen Regenschirm-Plätze bereits dicht belegt waren, wohl oder übel zu mir. Jetzt hatte er nur noch 2 Möglichkeiten. Entweder seinen Anzug im Gewitterregen zu ruinieren, oder mir einmal zuzuhören. Er entschied sich für Möglichkeit Nummer 2. Ich hatte in Vorbereitung auf den Ortstermin noch einige Folien aus meiner Vortragstournee ausgedruckt und mitgenommen, die ich ihm jetzt unter die Nase hielt. Die Ausdrucke waren bald vom Wind zerzaust, durchnässt und ruiniert. Das liess sich anhand der Originale alles wiederherstellen. Die Hauptsache war, dass die Meinung des Regierungsstatthalters auch vollständig ruiniert war, was er in der Folge später auch unumwunden zugab.
Sehen Sie dazu auch:
https://www.gigaherz.ch/sommerlacher-2018-nr-2/

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