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Kein Ersatz für terristische Mobilfunk-Sendeanlagen

Am Freitag 9.Otober liess Schweizer Radio und Fernsehen SRF wieder einmal eine Falschmeldung über seine Bild- und Tonkanäle laufen, die in Etwa lautete, Elon Musk habe die aus den abgeschalteten 2G- Mobilfunknetzen frei gewordenen 800-Megahertz-Frequenzen gekauft. Zudem sei er daran, eine Reihe neuer Kommunikations-Satelliten in eine nähere Erdumlauf-Bahn zu bringen. Und mit den kürzeren Wellen des 800-Mhz-Bandes könne er ab seinen Starlink-Satelliten nun problemlos Hausdächer und Betondecken durchdringen und werde zu einer ernsthaften Konkurrenz für Swisscom, Sunrise und Salt.


Bild oben:
Starlink-Satelliten sind kein Ersatz für tonnenschwere Anrennen-Monster wie dieses hier.

von Hansueli Jakob
NIS-Fachstelle von Gigaherz.ch
Lanzenhäusern, 29.Oktober 2026

Dieses SRF-Geplauder ist mehr oder weniger alles Unsinn.
Die 2029 frei werdenden Funkfrequenzen im 800MHz-Band kann auch ein Elon Musk nicht einfach kaufen, sondern muss diese anlässlich der nächsten Frequenzauktion im 2.Quartal 2027 ersteigern. Elon Musk müsste demnach, falls er mitbieten möchte, schätzungsweise einmal sfr. 250Millionen in die Hand nehmen. Und diese nimmt selbst ein Elon Musk nicht einfach aus der Portokasse.
Die Bieter müssen sich dabei auch noch verpflichten, innerhalb von 2 Jahren mindestens 99% der Bevölkerung tadellos mit Mobilfunkdiensten zu versorgen. Ansonsten sie ihre Konzession zurückgeben müssen.

Es wäre nun funktechnisch schon möglich, von einem tief-fliegenden Satelliten aus, innerhalb einer Wohnung ein gewöhnliches Smart- oder I-Phone auf einer 800MHz-Frequenz zu erreichen. Der Satellit hat immerhin eine Antennenfläche von ca 100 Quadratmetern und eine Sendeleistung von mehreren Kilowatt.

Aber die 350km vom Handy zurück auf den Satelliten -bei Schrägeinstrahlung sind es sogar 500km – mit einer Sendeleistung von nur 0.5Watt über eine einfache Stabantenne? Bitte vergessen Sie das. Zum Vergleich dazu hat bei einer terristischen Verbindung das gewöhnliche Smart- oder I-Phone bis zur nächsten Mobilfunk-Station etwa 100 bis maximal 1000m zu überwinden. Und die Mobilfunk Basisstation hat erst noch weit bessere Signalverstärker als der Satellit.
Da sind die 350 bis 500km bis zum tief-fliegenden Satelliten eine ganz andere Dimension. Zu bedenken gibt es dabei noch, dass die Leistungsflussdichte im Quadrat mit der Zunahme Distanz abnimmt. Da nützt es wenig bis gar nichts, dass eine 800MHz-Strahlung Hausdächer und Beton-Decken besser durchdringt als zum Beispiel eine 2100MHz-Strahlung.

Dazu gibt es übrigens eine einfache Faustregel.
Diese lautet: Ist die Mauerdicke grösser als die Wellenlänge geht nichts mehr hindurch. Ist die Mauerdicke kleiner als die Wellenlänge geht die Strahlung fast ungebremst hindurch. Und die Wellenlänge in Metern rechnet sich ganz einfach: 300/f in MHz.
Bei 800MHz sind das 300/800=0.375m. Mauern bis 37.5cm Dicke sind demnach Strahlungs-durchlässig.
Bei 2100MHz sind das Wellenlängen von 300/2100=0.143m. Mauern von nur 14.3cm Dicke können bereits nicht mehr durchdrungen werden.

Fazit: Für den Uplink gibt es schon spezielle schwere Satelliten-Handys mit speziell hohen Sendeleistungen. Aber diese funktionieren nur im Freien. Mit direkter Sichtverbindung auf den Satelliten. Und reichen nur gerade für SMS- oder einfache Sprache.

Unerträgliche Latenzzeit. Weil sich der Sendestrahl (Beam) vom Satelliten aus leicht öffnet gibt das am Erdboden nach 350km bereits eine bestrahlte Fläche von einigen Duzend Kilometern. Auf dieser Fläche sind dann einige Hundert Nutzer, die sich diesen Beam unter sich teilen müssen. Dadurch steigt die Latenzzeit bis ins Unerträgliche. Die Latenzzeit ist die Zeit, die ein Funksignal vom Sender zum Empfänger und wieder zurück, benötigt. Bei Latenzzeiten von einigen 100 Millisekunden, ist dann die ferngesteuerte Operation, die der Chirurg angeblich von seinem Ferienhaus aus, über Satellit am Patienten im weit entfernten Bezirksspital vornimmt, eine Utopie

Und so funktioniert die heutige Satelliten-Telefonie.
Der Anwender (User) benötigt praktisch eine eigene Bodenstation mit einer Satellitenschüssel auf dem Hausdach. Das Empfangs-Signal, der Down-Link wird bereits nach der Schüssel massiv verstärkt, über Kabel an den Starlink-Router geführt und nach Bedarf nochmals verstärkt und per Haus-internem Funk den Schnurlos-Telefonen, den Handys und TV-Apparaten zugeführt.
Der Hinweg zum Satelliten, der Uplink, erfolgt ebenfalls über Verstärker im Starlink-Router; über Kabel auf die Schüssel und ab ins All. Die wegen den Telefonen dauernd eingeschalteten Verstärker entnehmen aus dem Stromnetz des Hauses dauerhaft 100 bis 150 Watt an Leistung. Auch nicht gerade stromsparend.

Die dritte Lösung, von SALT angekündigt und wie von mir vermutet, heisst:
Uplink mit dem gewöhnlichen Smart- oder I-Phone per SALT-Mobilfunknetz an die Satelliten Bodenstation in Leuk und von da problemlos an die Starlink-Satelliten.
Downlink vom Starlink-Satelliten zurück auf die Erde an die privaten Bodenstationen, wie Eingangs beschrieben. oder wenn dort kein Empfänger eingeloggt ist, über die Bodenstation Leuk ins SALT-Mobilfunknetz und falls auch hier erfolglos, in dritter Priorität auf gewöhnliche Smart- oder I-Phone. Wobei bei letzterem gewaltige Qualitäts- und Quantitätseinbussen in Kauf genommen werden müssen.

Sei dem wie es wolle. Ob der Mobilfunk über Starlink-Satelliten, gleich welcher Uplink- oder Downlink-Art, überhaupt funktioniert ,bleibt von einem einzigen Menschen abhängig. Nämlich von Elon Musk. Wer politisch oder militärisch anders denkt, wird abgehängt. Siehe Ukraine.

Zur Ehrenrettung der SRF Wirtschaftsredaktion sei hier noch gesagt, dass diese  ihre Falschmeldung 2Tage später korrigierte. Leider nur in schriftlicher Form in den Social-Medien.

Von Hans-U. Jakob

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