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Hochspannungsleitungen: Leukämierisiko bestätigt

 

Hans-U. Jakob, 16.7.07

Abstände von unter 500m bzw. Magnetfelder von über 0,45 Mikrotesla gelten als Risikofaktoren für die Entstehung kindlicher Leukämien.

Eine neue Studie aus dem Iran bestätigt erneut die Wirkungslosigkeit der Schweizer Grenzwerte bei Hochspannungsleitungen von heute 1 Mikrotesla.

 

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Bild1: So etwas darf nie mehr passieren.   Abstände von 50m würden genügen, predigen uns die Stromhändler und unsere wirtschaftshörigen Schweizer Bundesämter.  Dabei weiss man seit 15 Jahren haargenau, dass es das 10-fache sein müsste.

Eine dieser Tage veröffentlichte Studie aus dem Iran kommt von Neuem zu demselben Schluss.



Nachfolgend eine Kopie (in Kursivschrift) einer Zusammenfassung aus dem EMF-Monitor 3/07

Kindliche Leukämien und die Nähe der  Wohnung zu Hoch-spannungsleitungen im Iran

In der vorliegenden Fall-Kontroll-Studie ist ein iranisches Forschungsteam der Frage nachgegangen, ob es einen Zusam-menhang gibt zwischen der Nähe der Wohnung zu einer Hochspannungsleitung und dem Risiko für Kinder, an Leukä-mie zu erkranken. Untersucht wurden 60 Kinder unter 15 Jah-re, bei denen zwischen 1998 und 2004 eine akute Leukämie diagnostiziert wurde und 59 Kontrollen. Bei Hausbesuchen wurde der Abstand der Wohnungen zu Hochspannungsleitun-gen (123 und 230 kV) ermittelt. 14 der erkrankten Kinder leb-ten im Abstand von weniger als 500 Metern zu einer Hoch-spannungsleitung. Die durchschnittliche magnetische Fluss-dichte, der sie ausgesetzt waren, betrug entsprechend einer rechnerischen Ermittlung 0,6uT. Bei den Kontrollen lebten zwei Kinder im selben Abstand zu den Hochspannungsleitun-gen, ihre errechnete Belastung betrug 0,35 uT. 15 der Patien-ten und fünf Kontrollen waren einer Flussdichte von über 0,45 pT ausgesetzt. Beide Betrachtungsweisen (Abstand und Expositionshöhe) ergeben ein statistisch signifikant erhöhtes Leukämierisiko für Kinder, die stärker exponiert waren. Die Autoren heben hervor, dass im Vergleich zu Industrieländern, Kinder in sich entwickelnden Ländern häufiger in der Nähe von Hochspannungsleitungen leben. Sie betrachten einen Ab-stand von unter 500 m bzw. Magnetfelder von über 0,45 uT als Risikofaktoren für die Entstehung kindlicher Leukämien. (OS)

Feizi  A.A.H.P. &- Arabi M.A.A. 2007: Acute childhood leukemias and expo-scre tu  magnetic fields generated by high voltage overhead power lines – a risk factor in Iran.  Asian Pacific 1. Cancer Prev. 8 (1): 69-72

Interessant ist, dass diese Studie aus einen nicht-industrialisierten Land stammt.  Aus einem Land also, wo die sonst üblichen Risikofaktoren der Industrieländer für Kinderleukämie wegfallen.

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Bild 2: Grafik über das Leukämierisiko bei Kindern aus der Schriftenreihe BUWAL Nr.214 (heute Bundesamt für Umwelt BAFU) von 1993. Wissen um tödliche Wirkungen von Magnetfeldern, verursacht durch Hochspannungsleitungen, seit 15 Jahren.  Jetzt  wieder eindrücklich bestätigt durch eine neue Studie aus dem Iran.  Eindrucksvoll die Studien von Feychting und Ahlbom von 1992 mit dem 2.5 bis 4-fachen Leukämierisiko für Kinder zwischen 0.1 und 0.3 Mikrotesla. (rechts im Bild)  Schweizer Grenzwert=1Mikrotesla

HSU: Hochspannungsumgebung

d: Abstand

B magnetische Flussdichte

 

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Bild 3: Die Kabelindustrie hat auf die Forderungen von betroffenen Anwohnern und Gemeinden reagiert und bietet heute, nebst GIL (Gas-isolierten Leitungen), neu auch verbesserte Kunststoff Isolationen für die Erdverlegung von Hochspannungsleitungen bis 400‘000Volt an. Die Verlegungsart im Dreieck innerhalb eines Troges aus Abschirmblechen verheisst eine gewaltige Reduktion der Magnetfelder.

Wer weiterhin nichts von einer Erdverlegung wissen will, sind unsere wirtschaftshörigen Bundesämter und leider das von diesen indoktrinierte Bundesgericht.   Hier wird die betroffene Bevölkerung Klartext reden müssen, dass sie sich so etwas nicht länger gefallen lässt.

Weitere Berichte über Einspracheverhandlungen und sogenannte Irrtümer können Sie gleich hier abrufen  

Oder wie die Stromhändler das Vaterland unnötig aufheizen und wie gewisse Aemter Mühe mit der Wahrheit haben

 

Von Hans-U. Jakob

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