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Falsche Fälschungsvorwürfe

EINE PRESSEMITTEILUNG der Pandora Stiftung für unabhängige Forschung vom 18.1.2011

publiziert bei Gigaherz am 22.1.2011

„Sie sprechen von Fälschung, die nicht stattfand, um leugnen zu können, was ist“

Versuch der Vernichtung wissenschaftlicher Mobilfunkdaten an der Medizinischen Universität Wien endgültig gescheitert

Berlin, 17. Januar 2011      Mitte 2007 informiert Prof. Alexander Lerchl, Biologe an der privaten Jacobs University Bremen und Mitglied der Strahlenschutzkommission im Bundesamt für Strahlenschutz, den Rektor der Medizinischen Universität Wien, Prof. Wolfgang Schütz, über einen schwer wiegenden Verdacht: Die Ergebnisse zweier in der Abteilung Arbeitsmedizin seiner Universität entstandenen Publikationen seien mit hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht. Diese Nachricht wird von zahlreichen nationalen und internationalen Medien, allen voran Der Spiegel, aufgenommen und über die ganze Welt verbreitet. In der Dokumentation auf unserer Website (http://www.stiftung-pandora.eu/) wird über die daraufhin angestrengten Versuche berichtet, die Wiener Ergebnisse, die auf ein krebsverursachendes Potenzial der Mobilfunkstrahlung hinweisen, wieder aus der wissenschaftlichen Literatur zu entfernen. Zwei Wissenschaftler in bedeutenden gesellschaftlichen Positionen, denen der Dank der Mobilfunkindustrie sicher sein dürfte, haben sich dabei besonders hervorgetan. Dass sie die Interessen der  Allgemeinheit denen der Mobilfunkindustrie hintangesetzt haben, nehmen sie  – wie es scheint – billigend  in Kauf.

In der von Pandora – Stiftung für unabhängige Forschung erstellten Dokumentation werden die zur Vernichtung wissenschaftlicher Daten ergriffenen Maßnahmen des Wiener Rektors offengelegt, die dieser freilich als seinen persönlichen Einsatz für die Wahrheit in der Wissenschaft verstanden wissen will. Über Prof. Lerchls Aktivitäten, mit denen er die Intrigen des Rektors noch in den Schatten stellt, wird in einer weiteren Dokumentation berichtet werden. Wie hier gezeigt wird, haben sich der zur Aufklärung des Falles eingesetzte Rat für Wissenschaftsethik der Medizinischen Universität Wien und später die zusätzlich damit betraute österreichische Agentur für Wissenschaftliche Integrität sehr schwer getan, als sie vor der Frage standen, ob sie der Wahrheit in der Wissenschaft uneingeschränkt die Ehre geben sollten. Um unangenehmen Entscheidungen mit weitreichenden Folgen, die unvermeidbar gewesen wären, die Grundlage zu entziehen, ließen sie sich stattdessen auf einen Kompromiss ein. Beide Kommissionen haben unabhängig voneinander festgestellt, dass es keinerlei Beweis dafür gibt, dass die verdächtigte Arbeitsgruppe ihre Daten gefälscht hat. Beide haben aber auch keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die wissenschaftliche Wertigkeit der Wiener Ergebnisse als gering erachten. Mit der Überschreitung ihres Auftrags und ihrer Kompetenz haben sie so dafür gesorgt, dass die zwei Drahtzieher des Skandals und die wissenschaftlichen Einrichtungen, denen sie vorstehen, in ihrem Ansehen nicht zu sehr Schaden nehmen.

Auch wenn es der Mobilfunkindustrie mit ihrer Methode des „war gaming“ , die sie schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts in den USA mit Erfolg angewandt hat, gelungen sein sollte, die Wiener Forschungsergebnisse durch Verleumdung für viele Menschen zu entwerten, ist dieser Sieg inzwischen bedeutungslos geworden. Denn in der Zwischenzeit liegen – wie in der Dokumentation gezeigt – mehrere Publikationen vor, deren Ergebnisse mit den in Wien erhaltenen übereinstimmen. Die epidemiologische Forschung liefert darüber hinaus zunehmend Belege dafür, dass die in Wien und anderswo beobachtete Schädigung des Genoms menschlicher Zellen sehr wohl zur Entstehung bösartiger Tumoren beitragen kann. Noch im Januar 2011 werden die Ergebnisse einer epidemiologischen Studie aus Israel publiziert, die zeigen, dass die Häufigkeit von Krebs der Ohrspeicheldrüse, die der Mobilfunkstrahlung nachweislich mit am stärksten ausgesetzt ist, sich seit 1970 vervierfacht hat, wobei der stärkste Anstieg in die Zeit nach 2001 fällt. Bleibt abzuwarten, wie die Mobilfunkindustrie und ihre Freunde aus der Wissenschaft darauf reagieren werden

Eine 25-seitige Dokumentation zu dieser Geschichte finden Sie unter http://www.stiftung-pandora.eu/downloads/stiftung-pandora_wien_2011-01-18.pdf

Prof. Dr. Franz Adlkofer & Prof. Dr. Karl Richter

Stiftungsrat der Pandora – Stiftung für unabhängige Forschung

Treuhänder: Andreas Kaffka

Birkenwerderstraße 27 b

OT Bergfelde

D-16562 Hohen Neuendorf

Von Hans-U. Jakob

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