Es muss nicht immer Krieg sein
Es muss nicht immer Krieg sein um sämtliche Mobilfunknetze und das digitalisierte Festnetz zusammenkrachen zu lassen.

Ein grossflächiger Eisregen oder Orkan über Westeuropa genügt bereits.
Ein Bericht von Hansueli Jakob
NIS-Fachstelle von Gigaherz.ch
Lanzenhäusern, 30. Januar 2026
Bis im Oktober 2023 war der Bundesrat im unerschütterlichen Glauben, man könne das für 48 Stunden batteriegestützte, analoge Telefon-Festnetz bedenkenlos abbrechen. Für grossflächige, lang andauernde Stromausfälle habe doch heute jeder ernstzunehmende Mensch ein Handy. Und die Handy-Antennen, sprich Basisstationen, würden durch ein separates Stromnetz gespiesen in welchem man genügend «Reststrom» habe, um die Panne zu überbrücken.
Alle unsere schriftlichen Warnungen an den Bundesrat, bei einem längeren Ausfall des Stromnetzes sei dann, infolge der zu kleinen Batterie-Kapazität in den Basisstationen, nach spätestens 30Minuten Ende der Telefonitis, verschwanden in der Schublade «Verschwörungstheorien».
Weder der Ukraine-Krieg, noch die Erdbeben in den Nachbarländern, noch die drohende Strommangellage der letzten Winter konnten den Bundesrat erschüttern.
Offensichtlich aufgeschreckt durch Meldungen aus dem Gaza-Krieg liess sich der Bundesrat im Oktober 2023 dann doch dazu erweichen, einmal bei den Mobilfunkbetreibern nachzufragen, ob am Ende nicht doch noch etwas stimmen könnte an den «Verschwörungstheorien» die da herumgeboten würden.
Dann kam am 1.Novemner 2023 unerwartet die Meldung, der Bundesrat habe in seiner heutigen Sitzung beschlossen, eine Änderung des Fernmeldegesetzes in die Vernehmlassung zu schicken, nach welcher die Mobilfunkbetreiber verpflichtet würden, der Bevölkerung auch bei einem lang andauernden Stromausfall die mobile Kommunikation und die Internet-Dienste weiter zur Verfügung zu stellen. Verboten werden solle nur das Herunterladen von Spielfilmen, da dies das Mobilfunknetz überlasten könnte.
Und dies, man höre und staune, während einem Stromunterbruch bis zu 72 Stunden. Und bei zyklischen Stromausfällen, das heisst, wenn es zwischendurch mal kurz wieder Strom gibt, sogar ununterbrochen während 14 Tagen. Die Mobilfunkbetreiber sollen verpflichtet werden, ihre Notstromversorgungen in den Mobilfunk-Sendeanlagen entsprechend aufzurüsten. Nach Schätzungen des Bundesrates würde das die Mobilfunkbetreiber jährlich ca 150 Millionen kosten.
Der totale Blackout im Stromnetz muss also auf 2032 verschoben werden, denn der Bundesrat will den Mobilfunkbetreibern sage und schreibe 8 Jahre Zeit geben, um ihre Aufgabe zu erledigen.
Etwas schneller soll es laut Bundesrat bei der Aufrechterhaltung der Notruf-Nummern während dem Blackout gehen. Hier wollte der Bundesrat doch den Mobilfunkbetreibern «nur» 5 Jahre Zeit geben.
Eine Aufteilung zwischen der Übertragung von Anrufen mit Notrufnummern und solchen aus dem allgemeinen Gesprächs- und Datenverkehr, ist technisch jedoch nicht machbar. Denn entweder sendet die Sendeanlage oder sie ist tot. Eine Zwischenlösung, nur mit Notrufnummern ist gar nicht möglich.
Ihr seid wohl verrückt geworden, liessen sich die Mobilfunk-Netzbetreiber unisono vernehmen. 72 Stunden Notstromversorgung mit Batterien würden gigantische Investitionen für Bauten an den 25’ 000 Baisstationen erfordern. Es müssten 25’000 Batterieräume erstellt werden. Mit vorgängiger Anmietung des erforderlichen Platzes und Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens.
Das würde nicht nur die Bauunternehmer freuen, sondern noch vielmehr die Batterie Herssteller. Nicht zu vergessen, unsere Entsorgungshöfe. Denn die Batterien haben eine Lebensdauer von knapp 10 Jahren und müssen regelmässig ausgewechselt und entsorgt werden. Das macht bei 25’000 Mobilfunk-Sendeanlagen in der Schweiz, alle 10 Jahre ja nur etwa 1’750’000 Tonnen alte Batterien. Oder 175’000 Tonnen alle Jahre.
25’000 Benzin- oder Diesel-Notstromgeneratoren sind schon vom Personalaufwand weder machbar noch finanzierbar, denn diese müssen monatlich gewartet und mit einem längeren Probelauf auf Startsicherheit überprüft werden. Denn ein Notstrom-Aggregat, welches monate- oder jahrelang stillgestanden ist, läuft bei Bedarf mit Sicherheit nicht mehr automatisch an.
Das Projekt verstarb still und friedlich bereits in der Vernehmlassungsphase.
Bis es am Morgen des Gründonnerstag, 17.April 2025 mit einem mächtigen Donnerschlag von der Natur wieder aufgeweckt wurde
Im Kanton Wallis und im Berner-Oberland hat es 50-100cm Neuschnee gegeben. Die Walliser Seitentäler und das westliche Berner-Oberland sind weder auf der Strasse noch per Bahn erreichbar. Die Stromversorgung ist im ganzen Gebiet ausgefallen. Und was die jugendlichen Journalisten sowohl der Print- wie der Rundfunkmedien gar nicht begreifen können, seien zu allem Unbill jetzt auch noch die Mobilfunknetze ausgefallen. (!!) Das unterdessen voll digitalisierte Festnetz funktioniert natürlich ohne Strom auch nicht. Der Blackout ist komplett.
Immerhin kommt im Radio noch die Meldung durch, im Kanton Wallis sei die «besondere Lage» ausgerufen worden. Die Schulen seien geschlossen und die Leute sollen zu Hause bleiben.
Die Lage normalisiert sich erst im Laufe des Ostersamstags. Nach und nach treffen im Radio und Fernsehen die Meldungen ein, welche Regionen wieder Strom haben, welche wieder per Bahn oder Strasse erreichbar sind und dass dort wo es wieder Strom gebe, sogar die Mobilfunknetze ganz von selbst wieder funktionieren würden. Welch ein Wunder!
Einige besonders technikbegabte Nationalräte regen sich furchtbar darüber auf, dass Mobilfunk-Sendeanlagen ohne Strom einfach nicht funktionieren. Heute wo doch alles tadellos kabellos geht.
Siehe auch: https://www.gigaherz.ch/blackout-von-2032-fand-schon-2025-statt/
Das regte offensichtlich auch den Bundesrat wieder zum Denken an.
Nur 8 Monate nach dem Black-out im Wallis und im Berner-Oberland fatterte uns in neuer Rekordzeit , bereits am 14. Januar 2026 folgende Pressemitteilung des Bundesrates ins Haus:
Zitat: Die Schweizer Mobilfunkbetreiber müssen ihre Netze besser gegen Stromausfälle absichern. Der Ausfall von Mobilfunkdiensten kann erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen und die Sicherheit von Menschen gefährden. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 14. Januar 2026 eine entsprechende Verordnungsrevision verabschiedet.
Die schweizerischen Mobilfunkbetreiber müssen ab 2031 an wichtigen Standorten und bei Antennen eine Notstromversorgung einbauen. Damit soll die Mobilfunkversorgung bei Stromunterbrüchen während mindestens vier Stunden aufrechterhalten werden. Der Bundesrat hat dazu die Fernmeldedienstverordnung (FDV) angepasst.
Bei einem Stromausfall müssen über Mobilfunk Notrufe, Telefonie und Internet verfügbar bleiben. Das gilt auch für Radioprogramme, die über Internet übertragen werden. Um ihre Netze zu entlasten, dürfen die Mobilfunkbetreiber die Übertragung von Videos und TV-Programmen einschränken. Ab 2031 müssen Notrufe vier Stunden lang funktionieren, alle anderen Dienste ab 2034.
Ende Zitat aus der Pressemitteilung. Die Vollständige gibt es hier:
https://www.news.admin.ch/de/newnsb/ka6vPXcP7VZUcPPMurc0e
Diese Lösung sei an einem runden Tisch mit den Mobilfunkbetreibern ausgehandelt worden, schreibt der Bundesrat.
Was den Journalisten Marco Diener im Infosperber vom 15.Januar zu folgendem treffenden Kommentar veranlasste
O-Ton Marco Diener:
Wir geben Milliarden für neue Kampfflugzeuge aus. Aber in einer Krise werden wir nicht einmal telefonieren können.
Auch sonst läuft gerade einiges schief, wenn es um die Sicherheit unseres Landes geht. Zum Beispiel beim Telefonnetz. Gerade gestern hat sich der Bundesrat zwar «für sichere Notrufe» ausgesprochen. Er hat beschlossen: Mobilfunkanbieter müssen Notstrom ab 2031 sicherstellen
Bloss vier Stunden
Aber was nach einem Machtwort des Bundesrats klingt, ist in Wahrheit eine Bankrotterklärung. Der Bundesrat verpflichtet die Mobilfunkanbieter zwar dazu, eine Notstromversorgung aufzubauen. Ab 2031 müssen Notrufe auch bei einem Stromausfall funktionieren, ab 2034 zusätzlich Telefon, Internet und Radio. Aber bloss vier Stunden lang.
Es wäre also gut, wenn ein Krieg nur vier Stunden dauern würde. Wenn der böse Feind seinen Cyberangriff nach vier Stunden abbrechen würde. Und wenn es keine schweren Unwetter gäbe. Aber warum bloss vier Stunden? Es war für die Wirtschaft «zu aufwändig Ende O-Ton Marco Diener.
weiterlesen auf: https://www.infosperber.ch/politik/nach-vier-stunden-sollte-der-krieg-vorbei-sein/
Das Einzige Tröstliche daran: es werden 18mal weniger Batterien benötigt. Statt 1’750’000 Tonnen nur noch 97’222 Tonnen.

Zum Bild oben: Es muss nicht immer Krieg sein, um unsere landesweite Stromversorgung, und mit ihr das gesamte Mobilfunknetz lahmzulegen. Ein grossflächiger Eisregen über teilen Europas genügt vollends. Die Reparaturarbeiten hier dauerten nicht 4 Stunden sondern 4 Monate. Bis über Umleitungen eine provisorische Stromversorgung vefolgen konnte, eine gute Woche. Glücklich kann sich schätzen, wer für diese zeiz genügend Bargeld im Haus und etwas Eingemachtes und ein paar Kartoffeln im Keller hat. Denn selbst ein Bankkonto mit Stand 4 Millionen, funktioniert ohne Strom nicht.
Die Vorgeschichte zu diesem Artikel finden Sie unter:
https://www.gigaherz.ch/bundesrat-verschiebt-blackout-auf-2032/

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