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Hans-U. Jakob, 12.7.07
Sogenannte Energiesparlampen sparen wohl Strom, benötigen in der Herstellung jedoch andere Energiearten und Resourcen in hohem Masse. Die Herstellung erfolgt in Billiglohnländern und die Rohstoffgewinnung fordert Menschenopfer. Darunter auch Kinder.
Die Transportwege für Halbfabrikate und Rohstoffe führen oft um den halben Globus.
Die Industrie wittert ein Milliardengeschäft und unter dem Stichwort „Strom sparen“ kriechen ihr Umweltorganisationen und Bundesämter auf den Leim. Von gesundheitsschädigender Hochfrequenzstrahlung will, wie gewohnt, wenn es ums grosse Geld machen geht, niemand etwas wissen.
Bild 1: Die Hauptbestandteile einer sogenannten Energiesparlampe
Die Schraubfassung aus Metall wirft den Hauptanteil der unerwünschten, giftigen Hochfrequenzstrahlung dort hin wo sich die Menschen aufhalten, nämlich nach unten.
Elektronik-Teil und Leuchtstoffröhrenteil gelten als Sondermüll und müssen entsprechend entsorgt werden. Der Leuchtstoffröhrenteil enthält zudem 5 Milligramm Quecksilber. Das ist zwar laut BAFU 100 mal weniger als bei einem Fieberthermometer, dafür sollen aber rund 10‘000 mal mehr Energiesparlampen produziert werden.
Die Elektronikteile werden wegen den fehlenden Umweltschutzauflagen vorwiegend in Entwicklungsländern produziert und dann als Halbfabrikate mit Billiganbietern auf dem Luft oder Seeweg nach Westeuropa transportiert.
Bild 2: Aufnahme mit dem Spektrum-Analysator FSH-3 unterhalb einer sogenannten Energiesparlampe
Startfrequenz 30kHz, Stopfrequenz bei 60kHz. Start der Hüllkurve bei 42.3kHz, Stop der Hüllkurve bei 50.7kHz. Spitze bei 44.3kHz
Die sogenannten Energiesparlampen erzeugen nicht nur Licht und Wärme wie die altbewährten Glühlampen, sondern im Elektronikteil auch noch einen beträchtlichen Teil an radiofrequenter Hochfrequenzstrahlung, wie sie einst von Langwellen- oder Mittelwellensendern ausgingen. Die Folgen in den Regionen, wo solche Sender stehen oder standen, sind seit Jahren bekannt. Schlafstörungen, Depressionen, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie erhöhte Krebsraten.
Kommt dazu, dass die im Bild oben gezeigten Strahlungswerte zwischen 43 und 51 Kilohertz
zusätzlich mit 100 Hertz gepulst sind. Der Spitzenwert der gemessenen Lampe (Philips Softone 20W, made in Poland) liegt bei 44.3kHz.
Die Strahlungsintensität einer sogenannten Energiesparlampe, welche über einem Ess- oder Arbeitstisch installiert ist, entspricht auf der Tischplatte unten gemessen etwa dem Mittelwellensender Beromünster in 2km Entfernung. (1.5-2.5V/m) Dieser Sender muss nächstes Jahr aus gesundheitlichen Gründen stillgelegt werden. Als Ersatz kommen jetzt in der Region Beromünster die Energiesparlampen.......
Neben diesem hochfrequenten Feld erzeugen die Energiesparlampen auch ein mehrfach höheres elektrisches 50 Hz-Wechselfeld als die gewöhnlichen Glühbirnen.
Bild 3: Messanordnung im Gigaherz-Labor
Unten Schwingbesen-Messantenne EFS-9218 von Schwarzbeck, 9kHz-300MHz, k=45dBm
In der Mitte der Spektrum-Analysator FSH-3 von Rohde und Schwarz
und oben eine sogenannte Energiesparlampe Philips PL20
Im Innern jedes Elektronikteils einer sogenannten Energiesparlampe findet man eine Anzahl an kleinsten Tantal-Kondensatoren. Diese dienen zur Speicherung elektrischer Ladungen und zur Entstörung von Stromkreisen.
Im neuen Schwarzbuch über Markenfirmen von Klaus Werner und Hans Weiss (ISBN-Nummer 3-216-30715-8) schreiben die Autoren im Kapitel Tantalusqualen für Handys,
was gleichermassen auch für die Elektronik-Teile von Energiesparlampen gilt:
"Um westliche Elektronikfirmen und den Bayer-Konzern mit einem wertvollen Metall beliefern zu können, schuften in Kongolesischen Minen Männer, Frauen und Kinder. Tausende sterben für das Coltan-Erz, das dazu beiträgt, den "Ersten Weltkrieg Afrikas" zu finanzieren."
Tantal mit der chemischen Bezeichnung Ta wird aus dem sogenannten Colombo-Tantalit-Erz mit dem Kurznamen Coltan gewonnen. Es sieht aus wie schmutziggrauer Sand oder Schotter und wird vorwiegend in den Bayer-Chemiewerken zu reinem Tantal raffiniert.
Der Handy-Boom und die Weiterentwicklungen auf dem Computermarkt, aber auch der Einsatz von Playstations und Gameboys haben den Weltmarktpreis für Tantal in die Höhe schnellen lassen. An der Londoner Metallbörse stieg der Kilogrammpreis zwischen Februar 2000 und Januar 2003 von 180 auf 950 Franken. Das ist mehr als das Fünffache.
Deshalb jagen sich nun Militärs und Rebellen aller Fraktionen gegenseitig und reissen sich mit Hilfe von Kindersoldaten die Contal-Minen unter den Nagel.
In den Minen selbst wird Coltan von der Zivilbevölkerung - zum Teil von Kindern - mit blossen Händen und einfachsten Werkzeugen geschürft.
Ein afrikanischer Arzt: "Unsere Kinder sterben für eure Profite."
Mark ist 15 und er wurde vor 2 Monaten zusammen mit fünf seiner Klassenkameraden auf dem Heimweg von der Schule von 4 Soldaten der RCD entführt, zum Flughafen gebracht, in ein Flugzeug gesteckt und in ein militärisches Trainingslager gesteckt. Dort starben 3 von ihnen. Mark weiss nicht wie sie starben. vielleicht weil sie gezwungen worden waren draussen im Regen zu schlafen, oder wegen der Misshandlungen und Prügel. Oder an Hunger? Mark ist es gelungen aus dem Militärlager zu fliehen.
Augenzeugen berichten aus Goma, 8 bis 9-jährige Mädchen gesehen zu haben, die in den Coltanminen arbeiten.
Beim Krieg in Zentralafrika, dem inzwischen 3.3Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind, geht es also nicht nur um Erdöl oder Diamanten. Der neue Rausch folgt dem Coltan, das dann vom Chemiegiganten Bayer zu Tantal weiterverarbeitet wird. Tantal, ein Metall ohne das die Elektronik-Branche gar nicht existieren würde.
Die Autoren des Schwarzbuches mussten, um die Herkunft, die Handelswege und die Raffinierung des Contals bei Bayer nachzuweisen, fingierte Firmen gründen und einen Scheinhandel aufziehen.
Uebrigens: Die in den Haushalten mittels sogenannter Energiesparlampen gewonnenen Energiemengen, das heisst die sogenannten Wärmeverluste, müssen im Winterhalbjahr durch andere Heizungen ersetzt werden. Zum Beispiel durch Oelheizungen.
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