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Fortsetzung aus http://www.gigaherz.ch/1375
Im Jahre 2001 stufte die internationale Agentur für Krebsforschung IARC niederfrequente magnetische Wechselfelder aufgrund epidemiologischer Studien als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein. (Gruppe 2B)
welche Oberfeld als letzte vorstellte, wurden Kopfschmerzen bereits ab mittleren Mobilfunkfeldstärken von 1.4V/m und Konzentrationsprobleme bei mittleren Feldstärken von 1.3V/m signifikant häufiger gefunden. Die volle Länge von Dr. Oberfelds Vortrag erscheint im Tagungsband. ***********************
Der schwedische Forscher Prof. Leif Salford (Universität Lund, Schweden) fand bei Ratten nach zweistündiger Bestrahlung mit GSM-Handystrahlen eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für Albumin-Eiweiße und als Folge Neuronenschäden. Die Hirnschäden waren gut durch schwarze Flecken im Gehirn zu sehen. Salford dazu: "Es gibt gute Gründe dafür, anzunehmen, dass das, was im Rattenhirn passiert, auch im menschlichen Gehirn passiert." So bestehe die Möglichkeit, dass die Strahlung Alzheimer und frühe Demenz auslösen könne. Weiter erklärt Salford: "Wir können nicht ausschließen, dass sich einige Jahrzehnte täglichen Handy-Gebrauchs auf eine ganze Generation von Nutzern schon im mittleren Alter negativ auswirken." Die Forschungsgemeinschaft Funk e.V. (FGF) reagierte in ihrer Infoline auf diese Studie am 06.02.2003 und schreibt: "Die Autoren gestanden allerdings ein, ... dass das Ergebnis keinen Anhalt für ein Risiko am Menschen bedeutet." Diese Aussage findet sich nirgendwo in der Studie. Das pure Gegenteil sagte Salford: "Diese Befunde sind gut auf den Menschen übertragbar. Sie haben die gleiche Blut-Hirn-Schranke und die gleichen Neuronen.“ (ebda) Im Mai 2008 bekräftigte Salford auf einem Vortrag in Griechenland die Konstanz seiner Ergebnisse. Weitere Beispiele finden sich im Tagungsband und sind hier aus Platzgründen weggelassen.
Die Nailaer–Sendemaststudie (2004) zur GSM-Technologie ergab, dass sich das Krebsrisiko im 400 m Umkreis um den Sendemasten im Zehnjahreszeitraum verdreifacht hatte, im Vergleich zum weiter entfernten Bereich, und die erkrankten Personen im Schnitt um ca.8,5 Jahre jünger waren. Als Markerkarzinom wird der Anstieg der Brustkrebsrate genannt. Diese Ergebnisse veranlassten Politik und Industrie zu fast panischen Widerlegungsbemühungen. Die Bundesregierung und das BfS versuchten umgehend, diese Studie, die Prof. Frentzel-Beyme wissenschaftlich betreute, unglaubwürdig zu machen. Dr. Horst Eger, Projektleiter der Naila-Studie, forderte im Gegenzug „… aus ethischen und juristischen Gründen umgehend weitere Untersuchungen an anderen Standorten, um das Risiko für die Bevölkerung sicherer abschätzen zu können.“ Dieser Aufforderung kam das BfS nicht nach. Fakt ist bis heute, dass die Naila - Studie die einzige deutsche Mobilfunk - Sendemaststudie mit der Fragestellung Gentoxität ist. Das ist ein gesundheitspolitischer Skandal. Weitere Beispiele finden sich im Tagungsband und sind hier aus Platzgründen weggelassen.
„Sie zeigt im Wesentlichen, dass bereits die Angst vor Mobilfunk krank machen kann.“ (S.21) Diese Psychologisierung ist nun oberdreist, denn diese Studie der Universität Wien und die Reproduktionsstudie zeigten Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzpochen, Herzjagen, Kopfschmerzen, rasche Erschöpfung, kalte Füße und Schwindelgefühl bei Expositionswerten deutlich unter 1 mW/m² auf .
Die Ignoranz geht aber noch weiter. Eine Ärztedelegation übergab 2006 dem BfS eine 700-seitige Dokumentation von Kasuistiken strahlungsbedingter Krankheitsfälle. Bis heute wird dem unter Zuhilfenahme durchsichtiger Schutzbehauptungen nicht nachgegangen. Die Logik des deutschen Strahlenschutzes folgt so einer zirkulären Struktur: ernst zu nehmende Risiken sind den zuständigen Schutz-Gremien nicht bekannt. Ihre Erforschung kann also keine Priorität beanspruchen. Der Verzicht auf weitere Forschung versteht sich dann wiederum als öffentlicher Beweis, dass es ernst zu nehmende Risiken nicht gibt. Weitere Beispiele finden sich im Tagungsband und sind hier aus Platzgründen weggelassen.
Kommen wir nun zu einem negativen Highlight der Täuschungsversuche. Allein im Jahr 2007 wurden im offiziellen EMF-Portal sechs Studien veröffentlicht, die eine Schädigung der Spermien durch die Handybefeldung ergaben. Vor allem die Beweglichkeit der Spermien (Motilität) sinkt. Die Österreichische Ärztekammer warnt : „Das Handy in der Hosentasche oder SMS unter der Schulbank versenden, könnte die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und sollte daher unterlassen werden“. Im August 2008 reagiert nun auch das BfS. Ich zitiere ausführlich, weil es zunächst eine korrekte Darstellung des Forschungsstandes ist: „Es wird oft kontrovers diskutiert, ob die Handynutzung einen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit hat. Als erste haben Davoudi et al. (2002) anhand einer Gruppe von 13 gesunden Männern berichtet, dass die häufige Nutzung eines GSM Mobiltelefons die Beweglichkeit von Spermien reduziert. Weitere drei Studien wurden an Patienten durchgeführt, die bereits Fertilitätsprobleme hatten....Wdowiak et al. (2007) untersuchten 304 Männer und fanden eine reduzierte Zahl beweglicher und einen Anstieg morphologisch defekter Spermien bei häufigen Telefonnutzern gegenüber Nichtnutzern...Eine ähnliche Beobachtung beschreiben Agarwal et al. (2008), die 361 Patienten untersuchten.“ Und daraus folgt die erstaunliche Schlussfolgerung des BfS: „Allen Studien gemeinsam ist, dass der Zusammenhang zwischen Telefonnutzung und männlicher Fruchtbarkeit, nicht aber der direkte Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern untersucht wurde.“ Damit wird unvermittelt Entwarnung gegeben. Trifft hier nicht der von Prof. Erich Schöndorf gewählte Begriff „Wissenschaftskriminalität“ zu? Weitere Beispiele finden sich im Tagungsband und sind hier aus Platzgründen weggelassen.
Ein Aufschrei ging im Mai durch die Presse: „Handystudien gefälscht!“ Was war der Hintergrund? UMTS soll zum Milliardengeschäft werden, dafür haben die Konzerne 50 Milliarden Euro Lizenzgebühren vorausbezahlt. Nun droht Gefahr.
Die neu zusammengesetzte Ethikkommission hörte die Laborantin an, sie gab zu Protokoll: Ihr wurde 2008 zufällig der Verblindungscode bekannt. Sie habe nie Daten gefälscht, alle Mobilfunkstudien seien unter Verblindung durchgeführt worden, ihre Kenntnis des Codes seit 2008 habe sie nicht dazu genutzt, Fälschungen vorzunehmen. (Anm: Der Besitz einer Schusswaffe macht den Besitzer nicht zum Mörder). Die Kommission sieht nun keinen Anlass, diese Aussagen in Zweifel zu ziehen.
Viele Behörden lehnen eine Überprüfung der durch Mobilfunk bedingten Krankheiten mit dem Verweis auf die 26. BISchV ab, weil durch sie festgelegt ist, dass man unterhalb des Grenzwertes nicht krank wird. Der verordnungswidrig krank gewordene Bürger wird zum psychosomatischen Fall erklärt. Es sei an die Behördenlogik erinnert: wenn in der Verordnung festlegt ist, dass der Grenzwert 10.000.000 µWatt/m2 beträgt, dann kann man bei seiner Einhaltung nicht krank werden. Das ist dann verordnet, die Behörde ist entlastet und muss nicht handeln. Wer dann trotzdem krank wird, ist ein Hypochonder. Der Siemens Lobbyist Dr.U.Kullnik sagte auf einer Tagung des Bundeswirtschaftsministeriums am 21.06.2007: Weil also v.a. eingebildete Sorgen und Ängste krank machen, müssen auch sie als Hauptaufgabe der praktischen Politik entsorgt werden, Risikokommunikation nennen das die dafür eingesetzten Soziologen und Psychologen. Und so bietet Lobbyist Kullnik auf dieser Tagung auch an, dass die Industrie bereit ist, in Zukunft für die Bundesregierung diese Art von Gesundheitsvorsorge und Aufklärung zu übernehmen. Die Bundesregierung hat diesem Vorschlag zugestimmt. Die volle Länge von Peter Hensingers Vortrag erscheint im Tagungsband. Fortsetzung auf http://www.gigaherz.ch/1403 Zurück |
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