Fehldiagnose Angst

Gesundheit und Leben
Posted by Administrator (admin) on 01.01.1970
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Fehldiagnose Angst

"Es ist nur die Angst, die krank macht", ist zur Zeit die von Aerzten am häufigsten gestellte Fehldiagnose bei Erkrankungen infolge nichtionisierender Strahlenbelastung. (Elektrosmog)

Hans-U. Jakob, 14.4.06

Hausärzte und Allgemeinpraktiker haben oft ein ungeheures Arbeitspensum zu bewältigen und kaum Zeit, sich ernsthaft mit den Problemen der Mobilfunkstrahlung ernsthaft auseinanderzusetzen.
Das gibt ihnen aber noch lange nicht das Recht, Zeitungsartikel zu schreiben, die von Halb- und Unwahrheiten nur so strotzen. Weil es Frau Dr. Kuonen aus Saas-Fee VS nicht für nötig erachtete, sich kurz mit Fachleuten in Verbindung zu setzen, die der Mobilfunkerei nüchtern und kritisch gegenüberstehen, erlaube ich mir hier, kurz auf ihre Ausführungen in der

Gletscher-Post vom Janur 2006 zu antworten.

Die Ausführungen von Frau Dr. Stephanie Kuonen, Fachärztin FMH Allgemeine Medizin, Arztpraxis in Saas-Fee, stehen hier in Schrägschrift

Diejenigen von Hans-U. Jakob, Messtechniker und Publizist bei Gigaherz.ch der schweizerischen Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener, in Normalschrift

Dr. Stephanie Kuonen zur aktuellen Elektrosmog-Diskussion im Saastal « Angst fressen Seele auf»
Dieser Filmtitel korreliert 'mit der gegenwärtigen Diskussion um den Elektrosmog im Saastal.

Aufgeschreckt durch die Umfrage einer lokalen Krankenkasse, melden sich seither in unserer Arztpraxis vermehrt Patienten mit Befindlichkeitsstörungen (Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen; allgemeine Schwäche, Gliederschmerzen) Krebsangst, Durchfallerkrankungen, Haarausfall, Hautausschlägen ..., die sie mit einer möglichen Strahlenexposition in Verbindung sehen.

Diese Befindlichkeitsstörungen sind meistens mit Ängsten verbunden, sodass nach Ausschluss eines körperlichen Grundes die Angst als Hauptgrund für die oft behandlungsresistenten Symptome angesehen werden muss. Aufgeschreckt durch lokale Häufungen von Krebsfällen, Todesfällen oder auch schwereren Krankheiten, suchen, die Menschen nach Gründen und finden den allgegenwärtigen Elektrosmog als mögliche Ursache.

Wir Berner kennen die Walliser gar nicht etwa als ängstiche Volksgruppe, sondern als überaus mutig, kämpferisch und draufgängerisch..........
Deswegen begegnen wir diesen Leuten immer mit dem nötigen Respekt.
Ausserdem ist mir schon schleierhaft, wie durch Angst Haarausfall entstehen kann. Sonst hätte ich längst eine Glatze, da ich vor jedem Vortrag so etwas wie Lampenfieber, das heisst, eine leise Angst habe.
Und vom Durchfall infolge Angst betroffen sind vor allem Behördenmitglieder, ausgenommen natürlich die Walliser, sobald diese etwas gegen die allmächtige Mobilfunklobby unternehmen müssen.
Uebrigens, behandlungsresistente Symptome verschwinden erfahrungsgemäss mit dem Umzug in ein strahlungsarmes Gebiet oder noch schneller mit der Demontage der Mobilfunkantenne in der Nachbarschaft.

Der Elektrosmog ist da erhöht, wo die Menschheit intensiv die neuesten technischen Kommunikationsmittel einsetzt. Somit sind wir alle betroffen, da wir ja von vielen Seiten bestrahlt werden und diese Technik auch einsetzen. Ist diese Strahlung nun gesundheitsschädigend? Diese Frage wird sehr kontrovers diskutiert und die Wissenschaft kann uns keine gesicherten Daten liefern für oder gegen die Gefährlichkeit der Auswirkung von alltäglichen elektromagnetischen Strahlen.

Die Wissenschaft, vor allem die Epidemiologie liefert uns zu diesem Thema jede Menge gesicherte Daten. Man müsste diese nur studieren statt ignorieren.
Auf jede Studie, die der Industrie nicht gefällt, bestellt diese mindestens 3 Gegenstudien. Denn Wissenschafter kann man engagieren wie andere Berufsleute auch. Und wenn sie nicht spuren, kann man sie entlassen wie andere Berufsleute auch. Das musste in letzter Zeit so mancher anerkannte Elektrosmog-Forscher bitter erfahren. Einige berühmte Namen bitteschön: Frentzel-Beyme, Santini, Von Klitzing, Carlo usw. usw. Alle im Rang von Doktoren und Professoren. Weitere stehen auf der Abschussliste, weil die Industrie kritischen Hochschulinstituten einfach den Geldhahn zugedreht hat. 75% von den Forschungsgeldern sind nämlich von der interessierten Industrie gesponsert.......

Wahrscheinlich können unspezifische Symptome wie die Befindlichkeitsstörungen, bei entsprechend strahlensensiblen Personen (ca. 5 % der Bevölkerung) durch Mobiltelefone und deren Antennen ausgelöst werden und zu einer Einschränkung des Wohlbefindens führen, jedoch sind gravierende körperliche Erkrankungen mit den heutigen Grenzwerten nicht zu erwarten.

Nach Dr. med Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion Salzburg sind bereits 19% der Bevölkerung in irgend einer Form geschädigt, was zu einem stetigen Anstieg der Krankenkassenprämien von durchschnittlich 10% pro Jahr führt und den Aerzten immer schön ihre Wartezimmer füllt.

Diese Grenzwerte sind in der seit Februar 2000 festgelegten Verordnung über den Schutz vor nichtionisierenden Strahlen (NISV) festgelegt und sind vom Bundesrat erlassen worden, um die Bevölkerung vor den erwiesenen und vermuteten Auswirkungen dieser Strahlung zu schützen. Diese Grenzwerte sind international harmonisiert, sie berücksichtigen die Gesamtheit der an einem Ort auftretenden niederfrequenten oder hochfrequenten Strahlung (also nicht nur Handys und deren Antennen) _und sie müssen überall eingehalten werden, wo sich Menschen auch nur kurzfristig aufhalten.

Diese Grenzwerte schützen die Industrie vor den Menschen, statt umgekehrt. das Bundesgericht hat in seinem Grundsatzurteil 1A94/2000 festgelegt:
"Grenzwerte sind nicht nach medizinischen Gesichtspunkten festzulegen, sondern nach technischer Machbarkeit und wirtschaftlicher Tragbarkeit."
Noch schöner sagt es das Bernische Verwaltungsgericht in Urteil 20928U vom 5.302001:
"Die Bevölkerung hat kein Anrecht auf ein Null-Risiko, Grenzwerte dienen nur dazu, die Schäden in vertretbaren Grenzen zu halten"
Die Grenzwerte sind überhaupt nicht international harmonisiert. Allein in Westeuropa gibt es für Mobilfunksender die verschiedensten Werte zwischen 3V/m und 120V/m (V/m = Volt pro Meter )
In der Schweiz hat jede Anwendungsart eigene Grenzwerte. Von einer Berücksichtigung in einer Gesamtheit kann nicht die Rede sein. So muss auf demselben Antennenmast der UKW-Sender nur gerade seine eigenen Werte von 3V/m und der Mobilfunk seine von 5V/m einhalten. Zusammenrechnen müssen die laut Gesetz gar nichts. Kommt noch eine Hochspannungsleitung mit dem Grenzwert von 1000Nanotesla hinzu, gibt es erst recht keinen Anspruch auf ein Zusammenzählen der einzelnen Immissionen Da muss jeder nur seinen eigenen Werte einhalten. Das ist vom Gesetz her zwar in Ordnung, von der Biologie her aber ein völliger Unsinn.

Zur Situation in Saas-Fee Hier ist vor allem die Antenne der Natelbasisstation im ,Kirchturm in die Kritik gekommen: Wieso ist mitten im Dorf und so nahe der Schule eine Antenne installiert? Offizielle Messungen des BUWAL, die wir freundlicherweise von der Gemeinde zur Einsicht bekamen, zeigen, dass im Bereich der Kirche, des Schulhauses und der umliegenden Wohnhäuser die Immissionsgrenzwerte deutlich eingehalten werden. Auch unsere Praxis befindet sich in kurzer Sichtdistanz zum Kirchturm, ohne dass wir irgendwelche Störungen festgestellt haben.

Das BUWAL macht selber nie Messungen, dafür gibt es sogenannt akkreditierte Messfirmen. Diese gehören entweder den Mobilfunkbetreibern oder sind zumindest finanziell vollkommen von diesen abhängig. Sogenannt Akkreditierte müssen als erstes, um überhaupt für eine Akkreditierung vorgemerkt zu werden, eine Erklärung unterschreiben, dass sie nie Messresultate anderer Akkreditierter in Zweifel ziehen werden, ansonsten ihre Akkreditierung widerrufen wird. (Dokument 707 von METAS) Wer diesen etwas glaubt, ist selber schuld.

Haus und Praxis der Familie Kuonen liegen laut Standortdatenblatt 60° horizontal und 8° vertikal ausserhalb der Hauptstrahlrichtung der Sender im Kirchturm. Allein dadurch sind Sie 10 mal weniger belastet als die Leute die in einer der Haupstrahlrichtungen mit Azimut 40° oder 200° leben müssen.
Und das Einhalten eines Grenzwertes von 5V/m nützt überhaupt nichts, wenn die ersten Schlafstörungen schon bei 0.04V/m auftreten (nach Dr. N.Cherry)

Zu den Schulhäusern: Die Mobilfunker machen 60% ihres Umsatzes mit Kindern und Jugendlichen. Um diese so richtig süchtig zu machen, gehören Antennen vor allem in die Nähe von Schulhäusern. Nicht auszudenken, wenn ausgerechnet die beste Kundschaft den schlechtesten Empfang hätte! Das wäre doch schlecht fürs Geschäft. Oder ?

Wieso kann, Saas-Fee nicht von Plattjen aus versorgt werden? Aus technischen Gründen braucht eine Antenne im Zentrum weniger strahlenintensiv zu sein als eine Antenne ausserhalb, zusätzlich garantiert die Höhe der Anlage, dass im Nahbereich eine Art Strahlenschatten auftritt und somit die tiefen Messwerte in diesem Bereich erklärt. Auf die doppelte Distanz nimmt die Strahlenintensität auf ca. die Hälfte ab, Mauerwerk und Dächer schwächen die Strahlung zusätzlich ab.

Im Saastal befinden sich weniger als 20 Antennen im gesamten bewohnten Gebiet. Vergleicht man diese Anzahl mit der Dichte der Antennen in einem innerstädtischen -Gebiet wie Genf oder Zürich, wo ca: 50 Antennen in einem Planquadrat von 200 m liegen, so sollten sich unsere Ängste relativieren.

Es gibt keine strahlungstechnischen Unterschiede zwischen Stadt und Land. Auf dem Land wird die Leistung zur Ueberwindung grösserer Distanzen benötigt und in der Stadt zur Durchdringung von Betondecken bis hinunter ins 3 und 4 UG. Swisscom machte am Fernsehen sogar Reklame dafür, dass man sie noch im 7. UG eines Parkhauses in einer Qualität von 90% höre.
Die Anzahl Antennen ist einzig abhängig von der Anzahl Leute, die gleichzeitig mit dem Handy telefonieren wollen.
Zu Genf oder Zürich:
200x200m sind 40???000m2. Das wäre dann 1 Antenne je 800m2. Das wäre dann alle 28m eine Antenne. Das gibt es nicht einmal in Zürich. Auch hier sind die Abstände im Durchschnitt um die 200m. ansonsten die Grenzwerte nicht einzuhalten wären. In Saas-Fee beträgt übrigens der Abstand zwischen den 3 starken Antennen auch nur je 300m.

Ein Beispiel: Ein Lokführer ist während seiner Arbeitszeit im Führerstand einem starken elektromagnetischen Feld ausgesetzt, sowohl vom Elektromotor der Antriebslok als auch von der Fahrleitung und den Schienen, hinzu kommen noch interne Zugfunknetze, das eigene Handy und ev. Radiofrequenzen. Trotzdem sind Lokführer Menschen, die ihren Beruf meistens sehr schätzen, eine hohe Konzentration und Verantwortung aufweisen müssen und nicht vermehrt krank sind.

Oh je Frau Doktor! Da haben Sie aber ein sehr unglückliches Beispiel erwischt. Die UNI Bern hat 1994 im Auftrag der SBB eine Lok-Führerstudie anfertigen lassen (Dr.Minder und Mitarbeiter/Innen) Dabei wurde herausgefunden, dass Lokführer ein 2.4 mal höheres Leukämierisiko haben als das übrige Bahnpersonal. Und beim Stellwerkpersonal war das Krebsrisko gleich 5.1 mal höher, weil diese unmittelbar neben den Fahrleitungen arbeiten.

Was kann der Einzelne tun:
Die Handybenützung einschränken, vor allem in Gebieten, wo eine schlechte Funkverbindung zur nächsten Antenne besteht, da das Handy seine Sendeleistung dem Funksignal zur Antenne .anpasst.
Kinder brauchen meistens kein eigenes Handy.

Strahlungsquellen in der Wohnung sind unter anderem auch: DECT Schnurlostelefone, drahtlose Computernetzwerke (WLAN), Bluetooth-Kopfhörer, funkbetriebene Babyfone, Bildschirme; die elektrischen Hausinstallationen mit Leitungen und Sicherungskästen, Steckdosen, alle mit Elektromotor betriebenen Haushaltsgeräte, Mikrowelle, Niedervolt: Halogenbeleuchtungssysteme etc. Vor allem permanent betriebene Strahlungsquellen sollten nicht im Schlafzimmer und an anderen Orten platziert werden, wo sich Personen stundenlang aufhalten.

Einverstanden ! Aber aufgepasst, um von Mobilfunkschäden abzulenken werden zur Zeit Magnetfelder von Haushaltgeräten und Hausinstallationen zu wahren Ungeheuern aufgeblasen! Die herumgeisternden Messresultate entsprechen selten bis nie der Gebrauchsdistanz, sondern wurden direkt an der Oberfläche des betreffenden Apparates abgenommen. Besonders das BAFU (früher BUWAL) ist besonders gut in der Handhabung dieses Tricks.

Vertrauen hilft Ängste abzubauen; wie bei der Lebensmittelverordnung sind wir nie sicher, ob der empfohlene Grenzwert von Schadstoffen individuell richtig ist, aber es hilft uns, wenn wir daran glauben, dass er wahrscheinlich richtig ist.

Daran Glauben hilft da gar nichts. Strahlenschäden sind nicht mit der Psyche beeinflussbar.
Ein Krebs ist erst nach 5 bis 10 Jahren diagnostizierbar. Sagen Sie dann Ihren Patienten: "Schön dass Sie daran geglaubt haben, aber jetzt ist es leider zu spät. Sie können ab jetzt nur noch daran glauben dass Sie wahrscheinlich bald in den Himmel kommen."

Es ist nun an jedem Einzelnen, den von den Behörden und Wissenschaftern ausgearbeiteten Grenzwerten der NISV Vertrauen zu schenken und damit Ängste abzubauen. Gemäss unserer Erfahrung im klinischen Alltag verstärken Ängste jedes körperliche Symptom und führen so auch zu relevanten Gesundheitssttörungen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Wir kontrollieren lieber, als einem willfährigen Beamtenapparat in Bern zu vertrauen. Und eine erkannte Gefahr ist nur noch halb so gross.
Ich empfehle Frau Dr. Kuonen in ihrem Aerztekoffer ein Messgerät für nichtionisierende Strahlung (Elektrosmog) mitzuführen, wenn sie auf Hausbesuche geht. Das tun ihre Aerztekolleginnen und Kollegen in Bamberg (D) schon lange und haben grossen Erfolg damit.

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